Deep Dive

Nach ungewöhnlichem Karriereweg: Ärztin entwickelt ganzheitliche Therapie gegen Burn-out

Arezu Dezfuli ist Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie in Hamburg. Die gebürtige Iranerin, die schon als junges Mädchen ohne ihre Eltern nach Deutschland fliehen musste, durfte ihr Wissen nach eigener Aussage von den bekanntesten Köpfen der Medizin aus den USA, Indien, Großbritannien und Deutschland erlernen. Später leitete sie unter anderem viele Jahre zwei Dialysezentren in Norddeutschland.  

Heute arbeitet die Medizinerin in ihrer Privatpraxis in Hamburg-Sasel umfassend und ganzheitlich. Nach jahrelanger Forschung hat die gebürtige Iranerin etwa eine eigene Therapie für die Burn-out-Behandlung und -Prävention entwickelt, die komplett auf Medikamente verzichtet und stattdessen Naturmedizin mit Gesundheitscoaching und anderen Behandlungen verbindet. Die Nachfrage ist groß und selbst scheinbar „hoffnungslose“ Fälle wenden sich an die bekannte Ärztin und ihr Team. Im Kurzinterview mit dem Journalisten Peter Laaks erklärt sie ihren Ansatz und die ihrer Meinung nach heute notwendigen Skills (angehender) Ärzt:innen. Wir wünschen auch hier viel Freude beim Lesen.   

Um mich selbst zu heilen, beschäftigte ich mich in dieser Phase intensiv mit Natur- und Umweltmedizin sowie mit mentalen Strategien.

Hinweis: Die beiden Gesprächspartner des Interviews haben sich auf das vertrauensvolle und wertschätzende „du“ geeinigt.

 

Peter Laaks: Liebe Arezu, warum sollte jemand heute noch den Berufs- und Karriereweg in der Medizin einschlagen? 

Das muss tatsächlich jeder für sich entscheiden. Es ist ein toller Beruf. Entscheidend ist primär die innere Überzeugung, Menschen bei ihren Lebenszielen wie Gesundheit und Agilität unterstützen zu wollen. Wenn wir davon ausgehen, dass Ärzt:innen im Laufe Ihres Berufslebens – je nach Fachrichtung - 20.000 bis 100.000 Menschen behandeln und betreuen, so ist das eine stolze Zahl an direkten Kontakten. Wir beeinflussen somit direkt das Leben unserer Patient:innen und sogar die Leben der Angehörigen und Freunde. Daher ist die Überzeugung, die Arbeit über Jahrzehnte ausführen zu wollen, meiner Meinungen nach heute unabdingbar für die Ergreifung des Berufs. Es klingt vielleicht kitschig, aber heute weiß ich, dass die Entscheidung wirklich aus dem Herzen kommen darf. Darüber machen sich die wenigsten Medizinstudent:innen während des Studiums Gedanken.  

Arezu Dezfuli | Inhaberin Privatpraxis für Umfassende Medizin | Website | Copyright: @Ronny Barthel

Peter Laaks: Du sagtest gerade „heute weiß ich …“. Wie war das damals in Bezug auf deine Berufswahl? 

Also ich bin eher sehr klassisch zum Beruf gekommen. Mir wurde von meinen Eltern und unserem Umfeld von frühester Kindheit an suggeriert, es sei das einzig Wahre, Medizin zu studieren. So gesehen hatte ich eigentlich keine Chance, andere Ideen für meinen Lebensweg zu entwickeln. Als ich dann in Deutschland lebte, zog ich mein Studium innerhalb kürzester Zeit durch. Obwohl ich damals zu den besten Absolvent:Innen zählte, nagte die ganze Zeit über diese subtile Ungewissheit an mir, ob es wohl die richtige Entscheidung für mich war, Medizin zu studieren. Ich erkannte mehr oder weniger keinen roten Faden im System, um Menschen mit dem an der Universität erlernten Stoff wirklich nachhaltig unterstützen zu können.  

Peter Laaks | Inhaber, Chefredakteur Pressebüro Laaks | LinkedIn | Copyright: @Pressebüro Laaks

Peter Laaks: Wie hast du denn deine Zweifel empfunden und später aufgelöst? 

Selbst während meiner erfolgreichen Facharztausbildung reduzierte sich die oben beschriebene Ungewissheit nicht. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Ich erkrankte selbst schwer. Ich hatte multifunktionale Hormonstörungen, die dazu führten, dass einige meiner Organe nicht mehr richtig arbeiteten. Und, wie immer im Leben, bekommen wir alle Lösungen auf dem Silbertablett serviert, wenn wir es nur wollen. Um mich selbst zu heilen, beschäftigte ich mich in dieser Phase intensiv mit Natur- und Umweltmedizin sowie mit mentalen Strategien. Und plötzlich war es da: ein Herz, nämlich mein Herz, das für die Medizin schlug und heute noch immer kräftig schlägt. Seither weiß ich, wie ich kranke und energielose Menschen am besten unterstützen und wieder in ihre Kraft bringen kann.    

 

Peter Laaks: Welche Methoden hast du denn für dich entdeckt?

Viele, sehr viele. Um nur drei zu nennen: Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ayurvedische Medizin aus Indien sowie die Persische (Iranische) tTaditionelle Medizin (PTM) aus meiner Heimat. 

 

Peter Laaks: Aus Sicht der Schulmedizin sind das alternative und im Westen wenig anerkannte Heilmethoden. Wie passen sie für dich in eine „normale“ (Fach)Arztpraxis? 

Das kann ich nicht beantworten. Was ist denn schon normal? Für mich steht fest, wir sprechen hier über teilweise jahrtausendealte Therapien. Diese haben Menschen vieler Epochen in ihrem Streben nach Wohlbefinden und Gesundheit wirksam unterstützt. Doch sie wurden lange Zeit verdrängt. Die Schulmedizin hat in den meisten Fällen gerade mal rund 100 Jahre zurückgeblickt, jedenfalls, wenn die Studienlage als allein ausschlaggebend betrachtet wurde und Medizintechnik zudem ein Muss war. Dabei sind die historischen Formen, Methoden und Therapien der Medizin heute aktueller denn je und vielfach schon Teil moderner Forschung an Universitäten und Instituten auf der ganzen Welt. Beispiele dafür sind die Bioresonanztherapie und die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) sowie andere, wissenschaftlich genau erforschte Methoden zur Aktivierung der Zellen und der Mitochondrien.  

 

Peter Laaks: Das klingt nach reichlich Frust. Stimmt das und was bedeutet diese Situation für junge Mediziner:Innen? 

Nein, gar nicht. Ich bewerte nicht. Ich stelle nur fest. Es ist, wie es ist. Punkt. Ich selbst nutze schließlich erfolgreich beide Seiten: Schulmedizin hauptsächlich für hochwertige und umfangreiche Diagnostik und Naturheilkunde, historische Therapien und Behandlungsmethoden für den Rest – jeweils gepaart mit modernem Gesundheitscoaching. Und genau diese Chance hat auch die nachkommende Generation. Wichtig sind ein fundiertes Studium der Medizin und ein anerkannter Abschluss, dann gibt es viele Freiheiten und Möglichkeiten, das Ganze mit natürlichen Methoden zu kombinieren und so ein eigenes Behandlungskonzept zu entwickeln. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir einen Hinweis in eigener Sache: Ich suche gerade Verstärkung für meine Privatpraxis. Mediziner:innen, die ebenfalls ganzheitlich denken und behandeln können und wollen, sind eingeladen, sich zu bewerben.  

 

Peter Laaks: Geschickt und passend eingebaut. Danke, Arezu, für das tolle Gespräch und deine offenen und motivierenden Worte. 

Lieber Peter, ich habe dir und Unboxing Healthcare zu danken.  

 


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